Zum Autor

Reiner Trinkel, Jahrgang 1958, kann auf eine bewegte berufliche Laufbahn verweisen. Nach dem Abi absolvierte er eine Lehre als Landmaschinenmechaniker, studierte anschließend Betriebswirtschaft und arbeitete danach 20 Jahre lang als Kommunikationsberater in einer Werbeagentur. Zwischendurch erfand er den berühmten Römerofen und ist heute Ofenproduzent und Chef der gleichnamigen Firma. Er gehört zu den Menschen, die das menschliche Treiben auf unserem schönen Planeten mit einer gewissen Sorge sehen. Der Versuch, diese Sorge literarisch zu verarbeiten, hat etwas Zeit in Anspruch genommen. 26 Jahre, um genau zu sein.

Die Idee dazu entstand bereits Mitte der 90iger Jahre. Durch seine Tätigkeit als Berater in einer Werbeagentur lernte Trinkel Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft kennen – Menschen, die etwas bewegen wollen, die nach Macht und Einfluss streben. In letzter Konsequenz, bemerkte er, ging es ihnen vor allem um Eines: Um Wachstum. Aber nicht nur um das Wachstum ihres Unternehmens, sondern auch um ihr persönliches Wachstum. Doch kann man das jemandem ernsthaft zum Vorwurf machen? Jeder will schließlich irgendwie vorwärts kommen. Wachsen wollen, erkannte er, ist etwas zutiefst Menschliches. Und zugleich die Triebfeder der gesamten Weltwirtschaft. Die Frage ist eben nur, ob unser Planet das auf Dauer aushält.

Reiner Trinkel arbeitete damals u.a. als Kommunikationsberater für große Agrarkonzerne, wo man sich – zumindest auf Vorstandsebene – längst über den Klimawandel und seine Folgen im Klaren war. Maßnahmen zur Begrenzung der Klimaerwärmung lehnte man allerdings als wachstumsschädlich ab. Daran hat sich vermutlich bis heute nichts geändert. Trinkels Erkenntnis: Aller ehrgeizigen Klimaziele zum Trotz wird auch künftig Wachstum Vorrang vor Klima-oder Artenschutz haben. Dafür sorgt alleine schon das Bevölkerungswachstum. Oder die Wähler, wenn es an ihren Wohlstand geht.

Wie man es trotzdem hinkriegen könnte, davon erzählt sein Buch.

Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Tatsache, dass die Chancen auf persönliches Wachstum sehr unterschiedlich verteilt sind. Warum wird der eine Chef eines Konzerns und der andere nur sein Chauffeur? Und ist der Chauffeur am Ende sogar zufriedener als der Chef? Die allermeisten Menschen haben weder den unbedingten Willen zu wachsen noch die Fähigkeit zum Chef-Sein. Es ist also kein kollektiver Wahn, der die Menschen zum Wachsen zwingt, sondern der Eifer einiger Weniger. Die Mehrheit der Menschen will weder eine Neue Seidenstraße, noch den Istanbul-Kanal, noch Nord Stream 2. Das wollen nur die Chefs.

Trinkel begann sich mit den wahren Motiven der Anführer und Investoren zu befassen. Was, so fragte er sich, fasziniert uns an diesen brillanten Verführern, die uns so wortgewandt ein besseres Leben versprechen, wenn wir nur fleißig genug für technischen Fortschritt und Wachstum arbeiten? Wie schaffen Sie es, uns glauben zu machen, dass sich der Klimawandel nur mit E-Autos, mit noch mehr Windrädern und immer neuen Megaprojekten stoppen ließe – aber nie und nimmer mit Verzicht? Warum fallen wir auf diesen Wahnsinn herein? Betrachtet aus der Perspektive eines fremden Besuchers, verschafft uns der Roman Dominante Arten nicht nur interessante und unterhaltsame Einblicke in die Psychologie der Macht, sondern auch – Hoffnung.

Weitere Projekte von Reiner Trinkel:

Das Römerofen Naturhaus

Die Doppelhecke als Lebensinsel  in agrarintensiven Monokulturen

Die Doppelhecke wurde als Demo-Projekt vor drei Jahren angelegt und kann besichtigt werden. Inzwischen beteiligen sich auch Landwirte daran.
Standort zwischen 67229 Laumersheim und Gerolshein.